Ich bin weder in der charismatischen Bewegung noch in der evangelikalen, weil ich viele Entwicklungen dort falsch sehe. Aber ich stehe genau zwischen ihnen, denn ich möchte ganz tief gegründet im Wort stehen und absolut offen sein für den Heiligen Geist. Und genau dazu lade ich andere Menschen ein: Zieh dich nicht in Denominationen zurück, sondern folge Jesus nach. In der Urgemeinde gab es keine Denominationen, dort gab es die Schriften und den Heiligen Geist.
Wo Gott wirkt, bleibt auch der Widersacher nicht untätig. Jesus selbst sagt im Gleichnis vom Weizen und vom Unkraut, dass der Feind kommt und mitten unter den guten Samen sein Unkraut sät. Satan arbeitet selten mit offenem Widerstand, sondern viel häufiger mit Vermischung. Er streut Falsches in das Echte, Übertreibung in das Gute und menschliche Methoden in das Wirken Gottes. Darum finden wir in geistlichen Bewegungen oft beides nebeneinander: echtes Wirken Gottes und gleichzeitig Dinge, die vom Feind hineingemischt werden. Gerade deshalb ruft uns die Schrift immer wieder zur Wachsamkeit und zur Prüfung auf.
Erweckung beginnt nicht mit spektakulären Erfahrungen, sondern mit Buße. Wahre Erweckung ist letztlich nichts anderes als die Rückkehr des Volkes Gottes zu einem heiligen Leben vor Gott. Immer wenn Gott in der Geschichte mächtig wirkte, führte das zuerst zu Überführung von Sünde, zu gebrochenen Herzen und zu einer neuen Sehnsucht nach Reinheit. Zeichen und Wunder mögen vorkommen, aber sie stehen nie im Zentrum. Das Zentrum ist immer die Umkehr des Herzens zu Gott. Darum müssen wir auch heute ehrlich prüfen, wonach wir eigentlich suchen. In vielen charismatischen Bewegungen gibt es wertvolle Dinge – eine lebendige Erwartung von Gottes Wirken, Freude am Heiligen Geist und ein Hunger nach mehr von Gott. Doch wenn sich die Ausrichtung verschiebt und nicht mehr Buße, Heiligung und Nachfolge im Mittelpunkt stehen, sondern Erfahrungen, Gefühle, Zeichen und Wunder und besondere Eindrücke, dann verliert der Glaube seine biblische Richtung. Gott sucht kein Volk, das vor allem Zeichen und Wunder jagt. Gott sucht ein Volk, das sich reinigen lässt, das seine Sünde erkennt, das sich dem Kreuz beugt und das in der Kraft des Heiligen Geistes ein heiliges Leben führt. Nur dort, wo diese Ausrichtung stimmt, kann das Wirken Gottes gesund bleiben.
Ein weiterer entscheidender Punkt wird heute oft missverstanden: Nicht wir besitzen den Heiligen Geist wie eine geistliche Kraft, die wir durch Techniken, Übungen oder besondere Methoden aktivieren könnten. Die biblische Wahrheit ist genau umgekehrt: Der Heilige Geist besitzt uns. Er formt uns, er überführt uns, er führt uns in ein neues Leben. Wo der Geist Gottes wirklich wirkt, zeigt sich das nicht zuerst in außergewöhnlichen Manifestationen, sondern in einem veränderten Herzen. Es zeigt sich in Zerbruch vor Gott, in wachsender Heiligung, in echter Hingabe, in Reinheit des Lebens und in tiefer Demut. Der Maßstab des Geistes ist nicht Ekstase, sondern Frucht. Die Schrift sagt: „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.“ (Galater 5,22–23). Wo der Heilige Geist einen Menschen wirklich erfüllt, wird nicht zuerst seine Spiritualität spektakulärer, sondern sein Leben heiliger.
In vielen christlichen Bewegungen unserer Zeit wird viel über den Heiligen Geist gesprochen. Es wird über Prophetie, Heilungen, Eindrücke und Visionen geredet. Viele Menschen sehnen sich nach einem übernatürlichen Glauben, nach einem lebendigen Christentum, das nicht nur Theorie ist. Diese Sehnsucht ist verständlich. Die Bibel selbst spricht davon, dass Gott wirkt, dass der Heilige Geist Gaben schenkt und dass Christen Gottes Führung erfahren dürfen.
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