"Da kam ein Aussätziger, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, wenn du willst, kannst du machen, daß ich rein werde. Jesus streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es - werde rein!" (Mt 8,2 3)
Ähnlich wie der Aussätzige durfte ich in den vergangenen 8 Tagen meiner Schweigeexerzitien Jesus innig darum bitten, mich von meinem „Aussatz“ d.h. von meinen Fehlhaltungen zu reinigen, die wie ein Aussatz an mir klebte.
Doch es ist gar nicht so einfach, die eigenen Fehlhaltungen zu entdecken, da man sich schon lange daran gewöhnt hat. Meine Aufgabe während der Exerzitien bestand nun darin, im Licht des Wort Gottes auf das eigene Leben zu schauen und auf die innere Berührung durch den Hl. Geist zu warten.
5 Tage wartete ich geduldig auf die Stimme des Herrn. Am 5. Tag vernahm ich ganz leise die Frage Jesu: „Gabriel, bist du bereit, mit mir zu leiden?“ Tapfer antwortete ich: Ja!, ohne zu wissen, was Jesus damit meint.
Bei einer weiteren Betrachtung hörte ich von den 3. Stufen der Demut, die zugleich die 3 Stufen der Freundschaft, ja der Liebe zu Jesus darstellen. Der hl. Ignatius schreibt in seinen Exerzitienübungen darüber: Die 1. Stufe besteht darin, die Todsünde zu meiden. Die 2. Stufe darin, auch jegliche lässliche Sünde zu vermeiden. Die 3. Stufe wiederum darin, aus Liebe zu Jesus Benachteiligung, Verachtung, als auch materielle und geistige Armut zu wählen und anzunehmen.
Nun wurde mir klar, was sich Jesus von mir wünscht: Mutig mein Ja zu sagen zu den kleinen Kreuzen der Liebe im Alltag. Konkret sah es nun so aus: Auf meinen Pilgerwegen zum Fatimaheiligtum durch die Stadt Zakopane wollte ich wie der hl. Franziskus ohne Worte predigen, indem ich mit einem Lächeln auf dem Gesicht meinen Blick auf den Boden richtete, bewusst erkenntlich als Priester mit Soutane. Dabei nahm ich den Rosenkranz in die Hand und betete für die Menschen.
Ich war überwältigt davon, was dann geschah: Der erste, der auf mich zukam war ein Hindu. Er bat mich flehentlich um ein Segensgebet. Jetzt wurde mir klar: So wie Jesus vor 2000 Jahren durch die Gegend ging, so geht er jetzt in mir durch die Straßen. So wie Jesus sowohl Liebe als auch Verachtung entgegengebracht wurde, so ergeht es jetzt auch mir seinem Diener.
Auf dem Heimweg nach Österreich machte ich es ähnlich. Es war so berührend, als eine Angestellte in der Tankstelle mich um den Segen bat, was bis daher noch nie geschehen war. Ja es stimmt, was Jesus sagte: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt!“
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