Inmitten der zwischen Paderborn und Bielefeld liegenden Senne, einer bedeutenden (Heide-)Landschaft, liegt der kleine Ort Stukenbrock-Senne, zur Stadt Schloss Holte-Stukenbrock gehörig. Unmittelbar südlich entspringt die Ems, der zweitgrößte auf Bundesgebiet entspringende und im Meer (in diesem Fall bei Emden) mündende Fluss deutschlands.
Um den Bewohnern den langen Weg zur Pfarrkirche in Stukenbrock zu erübrigen, wurde am 13. November 1896 eine kleine Kapelle in Stukenbrock-Senne unter dem Patrozinium des Hl. Achatius, einem der 14 Nothelfer, geweiht. Da der Platz schon bald nicht mehr ausreichte, wurde 1930-31 die ursprüngliche Kapelle an der Nordseite erweitert, sodass das Gotteshaus nun nicht mehr in Ost-West, sondern Nord-Süd Richtung steht. In dieser Form hat sich die Kirche bis heute erhalten. auch wenn dieser Umstand nicht immer Gewiss war. Denn schon kurz nach der Erweiterung sollte das Gebiet ab 1941 dem Truppenübungsplatzes Senne zugeschlagen werden. In diesem Zuge war St. Achatius bereits an den Staat verkauft und ein Neubau außerhalb des Militärgebietes geplant worden. Doch soweit kam es nicht, 1960 wurden die Grenzen des Truppenübungsplatzes entgültig außerhalb von der Hauptsiedlung Stukenbrock-Senne festgelegt und die Kirche 1965 von der Gemeinde zurückgekauft und saniert.
Besonders das raumprägende, sog. Zollingerdach des Erweiterungsbaus ist sehenswert.
Einige Jahre nach den Umbaumaßnahmen wurden in Brilon drei Glocken aus Sondermessing gegossen, die trotz des (sehr) jungen Alters ungewöhnlicherweise nicht im Krieg eingeschmolzen wurden und damit als vollständig erhaltenes Geläut aus der (NS-)Zeit vor dem zweiten Weltkrieg großen Seltenheitswert besitzen.
In Quelle 3 ist das Geläut als f'-as'-b' notiert und mit dem Bestimmungsort „Forellkrug (Stukenbrock) b. Paderborn“ angegeben. Forellkrug ist der Name des Gasthauses direkt neben der Kirche.
Glocke 1: Achatius, e'+8, 1937, Heinrich Humpert, Brilon
890 kg, Ø 1159 mm
Glocke 2: Maria, g'+8, 1937, Heinrich Humpert, Brilon
530 kg, Ø 975 mm
Glocke 3: Liborius, a'+7, 1937, Heinrich Humpert, Brilon
390 kg, Ø 869 mm
Ablauf:
00:00 - Bilder der Kirche & Stundenschlag
01:43 - mechanische Turmuhr
02:35 - Glocke 3
04:37 - Glocke 2
06:35 - Glocke 1
08:45 - Vollgeläut
11:30 - Vollgeläut von außen
12:30 - Vollgeläut
Ein herzliches Dankeschön gilt Pfarrer Auris für die Erlaubnis und Ermöglichung der Aufnahme!
Quellen:
1: Wikipedaeintrag "Ems": https://de.wikipedia.org/wiki/Ems
2: Internetauftritt des pastoralen Raumes „Am Ölbach“: https://www.pr-am-oelbach.de/st_achat...
3: Briloner Heimatbund Semper Idem e. V. (Hrsg.): Glocken aus Brilon. Aus der Reihe „Vergangene Zeiten - Geschichte aus Brilon“, Band 7. Brilon, 2019.
Aufnahmen:
Donnerstag, den 8. August 2024 (Sonderläuten)
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