Das kurze Stücklein für Flöte, Oboe und Klavier habe ich 1993 komponiert. Damals war ich der Pianist eines Trios mit eben dieser Besetzung, für die es nicht allzuviel Originalliteratur gibt.
Die „Floskeln“ gehören mit dem "Concertino" für 12 Bläser und dem Stück „Karussell“ für Flöte, Horn und Klavier zu denjenigen meiner Kompositionen, die am deutlichsten mein damaliges Credo widerspiegeln, das da ungefähr lautete: Wer im Zeitalter der akustischen Massenmedien noch tonal komponiert, kann nie sicher sein, ob das Geschaffene wirklich von ihm selbst stammt oder ob er nur unbewußt Fremdgut (eben abgegriffene „Floskeln“) aus dem passiven Gedächtnis hervorgekramt hat. Originalität könne demnach nur erhoffen, wer auf die bis heute alles beherrschende Dur-Moll-Tonalität (d.h. aber: auf Anerkennung oder gar Erfolg) verzichtet und sich zu den unpopulären Schritten entschließt, welche die Musikgeschichte seit Schönbergs ersten atonalen Stücken (etwa op.11) kennt, vor allem aber VERkennt.
Ich würde das heute nicht mehr so vertreten, da dem die recht triviale Tatsache entgegenzuhalten ist, daß der Unterschied zwischen Komponieren und Rezipieren, zwischen dem Erschaffen von Neuem und dem Aufgreifen des Bestehenden zu allen Zeiten nur ein gradueller war. Komponieren war immer auch Finden, niemals reines ERfinden, und auch vor Schönberg, als mangels akustischer Massenmedien noch nicht alle alles schon mal gehört haben konnten, hatte niemand komponierend das Rad neu erfunden. Um 1993 aber, um zu mir zurückkehren, war mir, wie gesagt, danach, Musik zu schreiben, die den Hörer mit lauter irritierenden déja-entendus konfrontieren soll. Man soll sich ständig an etwas erinnert fühlen, aber nie sagen können, woher konkret es einem bekannt vorkommt.
Zur dieser damaligen Haltung auf Distanz zu gehen, heißt nicht, sie gänzlich zu verwerfen. Ich glaube immer noch, daß nur Kompositionsverfahren, die Atonalität garantieren (namentlich die gute „alte“ Zwölftontechnik) verläßlich vor Banalität schützen. Insofern war Strawinsky, der das wußte, sich diesen „Schutz“ aber erst sehr spät (nach Schönbergs Tod und selbst ein alter Mann) zunutze machte, nicht weniger mutig, nicht weniger standhaft als die Vertreter und Nachfolger der Wiener Schule.
Was heißt das nun für die „Floskeln“? Ich mag sie immer noch, als heitere Bagatelle. Richtig für voll nehmen, etwa als Ausdruck eines musikästhetischen Credos oder als klingende Satire sollte man sie nicht.
Wer mehr über mich oder meine Musik erfahren möchte, dem sei (neben meinen anderen Youtube-Videos) ein Besuch meiner Homepage http://www.uli-schauerte.de/ ans Herz gelegt.
Wie in den meisten Fällen, handelt es sich bei dieser Tonaufnahme nur um ein computergeneriertes Demo, harrt die Musik der Aufführung durch leibhaftige Musiker...
Ach, was soll der Geiz – her mit den Links zu einer ganzen Reihe meiner Kompositionen:
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Concertino für 12 Bläser • Uli SCHAUERTE Concertino für 12 Bläser
„Ein Vater spricht“ • Uli SCHAUERTE Ein Vater spricht
Floskeln • Uli SCHAUERTE "Floskeln" für Flöte, O...
GBG Prélude • Uli SCHAUERTE GBG Prélude
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Weiter:
Man wird auch nicht dümmer, wenn man mal einen Blick in meinen 100-minütigen Filmessay „Ragtime statt Wagner – Wagnis statt Ragtime“ wirft, auch wenn der nicht ganz fertig geworden ist, weil mir dann doch aus verschiedenen Gründen die Puste ausgegangen ist. • Uli SCHAUERTE Ragtime statt Wagner –...
Und:
Anfang Januar 2017 habe ich erstmals etwas ins Netz gestellt, das nichts mit Musik zu tun hat:
Die von mir mit deutschen Untertiteln versehene Verfilmung des Feuchtwangerromans „Jud Süß“. Das ist notabene NICHT der berüchtigte Nazi-Hetzfilm (1940) von Veit Harlan, sondern im Gegenteil der ziemlich werktreue und ethisch integre englische Film „Jew Suss“ von Lothar Mendes aus dem Jahre 1934.
• Jew Suss, England 1934 = NICHT (in Wo...
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