Den englischen Schauspieler William Moseley (25) kennt das Publikum bis jetzt als strahlenden Helden aus der märchenhaften Hollywood-Trilogie „Die Chroniken von Narnia". Doch seit Mitte Juni steht der Jungstar in der italienisch-österreichischen Produktion „Der stille Berg" vor der Kamera, einem Film, der mit Fantasy rein gar nichts zu tun hat.
Nach einigen Wochen in Südtirol wird zurzeit in einer Schottergrube in Mittewald gedreht, Moseley stellt den Tiroler Andreas dar, der zu Beginn des Ersten Weltkriegs in den Kampf gegen Italien ziehen muss. „Es war sehr spannend für mich, nach Süd- und Osttirol zu kommen. Früher wusste ich gar nicht, dass Südtirol einst ein Teil von Österreich war", erzählt der Brite am Osttiroler Drehort. Inzwischen hat er sich intensiv mit der Geschichte der Ersten Weltkriegs und auch mit der Dolomitenfront am Karnischen Kamm beschäftigt, wo ab 1915 blutige und mörderische Schlachten zwischen Tirolern und Italienern stattfanden. Im Film nimmt die Mittewalder Schotterlandschaft mit der Kiesgrube und einem Wasserfall die Stelle der Dolomitenfront ein.
Filmpartnerin Claudia Cardinale ist in Osttirol nicht dabei. „Wir drehen hier hauptsächlich die Schlachtszenen", erklärt Produzent Heinz Stussak. Dabei stehen durchaus auch echte Sprengungen auf dem Programm. Stussak ist stolz darauf, dass das 4,5 Millionen Euro teure Weltkriegsdrama an Originalschauplätzen gedreht wird. „Wir sind in Süd- und Osttirol und auch im Trentino." Cine Tirol fördert die Produktion mit 50.000 Euro.
Noch zwei Wochen ist das Team mit Regisseur Ernst Gossner (45) vor Ort. „Der Filmtitel ‚Der stille Berg' bezieht sich auf die Natur, die der Mensch mit seinem Kriegstreiben stört", erklärt Gossner. Doch letztlich behalte sie die Oberhand, meint der Regisseur. „An dieser Front sind viel mehr Menschen an Kälte gestorben als durch feindliche Soldaten."
Mit dabei ist auch der Tiroler Jungstar Lucas Zolgar, der den 16-jährigen Peter Mitterrutzner darstellt. „Ich spiele einen jungen Mann, dem der Krieg Spaß macht", beschreibt er seine Rolle. Doch bald findet der Bursche an der Front einen frühen Tod. Schon 14-Jährige mussten damals einrücken, erzählt Darsteller Felix Briegel (14) aus Innsbruck. Der Schüler spielt einen der jüngsten Kriegsteilnehmer.
In einer Schottergrube bei Mittewald herrscht Krieg. Junge Burschen verschanzen sich in Schützengräben. Die Schlacht ist blutig, die Dolomitenfront fordert ihre Opfer. Die Schottergrube ist fünf Tage lang Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen Österreichern und Italienern, denn - sie ist Drehort der Frontszenen für den Film "Der stille Berg". In Südtirol und im Trentino surren dafür bereits seit Wochen die Kameras und auch Claudia Cardinale hatte dabei ihren Auftritt. Regie führt Ernst Gossner, mehrfach ausgezeichnet für seine Dokumentarfilme "Global Warning" und "South of Pico". Leinenpfoad, Lodenhose, Gamaschen und genagelte Schuhe: Möglichst authentisch ist die Soldatenuniform. Einer der Uniformträger ist der junge Brite William Moseley, der derzeit in Los Angeles lebt. Die "Chroniken von Narnia" machten ihn zum Leinwandhelden. In Osttirol ist er in den I. Weltkrieg verwickelt. "I am a mountainboy into a war", so Moseley. Er spielt im "Stillen Berg" die Hauptrolle, den jungen Tiroler Andreas "Anderl" Gruber, dessen Geliebte Italienerin ist.
Der Tod im Schützengraben
Moseley weiß erst jetzt, dass Südtirol einst Teil von Österreich war. Er hat sich mit der Geschichte auseinandergesetzt.
In Soldatenuniform am Set ist auch der Osttiroler Lucas Zolgar. Sein Part neben Moseley: "Ich spiele einen jungen Mann, dem der Krieg Spaß macht." Als Kriegseiferer stirbt er an der Front. Gossners Begründung für den Film: "Ich habe in Amerika, Irak oder Afghanistan erlebt, mit welchem Selbstverständnis eine Gesellschaft in den Krieg zieht, deshalb wollte ich darüber eine Geschichte erzählen." Aufzeigen will er aber auch, wie die Natur, in die der Mensch eindringt, zum größten Feind des Menschen wird: "An der Dolomitenfront sind mehr Menschen der Natur als den Waffen zum Opfer gefallen." Produzent Heinz Stussak beziffert die Produktionskosten mit 4,5 Millionen Euro: "Um dieses Geld ist der Film nur möglich, weil wir an Originalschauplätzen drehen", sagt er. 50.000 Euro davon zahlt Cine Tirol.
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