Berlin-Prenzlauer Berg, Schwedter Straße. Roh, wach, produktiv. Zwischen Backstein und Betonhöfen entstehen Ideen. Kameras laufen, Beats entstehen, Prototypen werden gebaut, Kampagnen geboren. Hier arbeiten noch Glaser und Fotografen. Die typischen gründerzeitlichen Höfe sind Werkstätten der Gegenwart. Dazu die Cafés, die Bio-Läden, Jugendklubs und kleinen Gewerbe-Läden in den Souterrains der Vorderhäuser.
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Die Schwedter Straße ist eine Grenzstraße zwischen Mitte und Pankow und früher führte hier auch ein Stück Berliner Mauer entlang. Sie ist Berlin in konzentrierter Form: international im Denken, kompromisslos im Anspruch, unabhängig im Stil.
Mit Faden und Pistole
Tufting ist wie Graffiti für Textilien. Man nimmt einen Faden, schießt ihn durch Stoff und auf einmal passiert Magie. Aus einer leeren Fläche wächst Textur. Mit der kleinen Pistole dauert es ungefähr eine Stunde, bis das Kunstwerk fertig ist.
Das Tufting Studio in der Schwedter Straße im Souterrain wird von den Künstlern Sungeun Claire Choi und Wonek Lee betrieben, die es selbst gegründet haben. Es gibt Workshops, Kurse und offene Arbeitsräume – textile Kreativität zum Anfassen.
In der Werkstatt entstehen auch farbenfrohe Fische – Glücksbringer, die man sich in Südkorea über die Tür hängen würde.
Mit Pech und Präzision
In der Schwedter Straße hier im Herzen von Berlin‑Prenzlauer Berg schlägt das Herz eines alten Handwerks neu: Anna Rakemann fertigt Schuhe nach Maß – mit jedem Stich ein kleines Kunstwerk. Mit 26 wurde sie Schuhmacherin - ein Beruf, den schon ihr Ururgroßvater ausübte. In ihrem Werkstattatelier entstehen seit 14 Jahren klassische Herrenschuhe, elegante Pumps oder individuelle Designs. Rakemann arbeitet in reiner Handarbeit, baut sogar die Leisten selbst und durchläuft über 300 Arbeitsschritte, bis am Ende ein Paar perfekt sitzender Meister‑Schuhe entsteht.
Mit Kamera und Szeneblick
Harald Hauswald gilt als einer der bedeutendsten Fotografen der letzten Jahre der DDR. Er hat zahlreiche Fotobücher veröffentlicht und unzählige Preise erhalten. Mit seiner Kamera hat er die 1980erJahre, die grauen Häuser, bröckelnden Fassaden und Hinterhöfe voller Geschichten festgehalten.
Er dokumentiert er die Gesellschaft jenseits der offiziellen Parolen. In 12 Jahren 7500 Filme.
Beim Rundgang mit HEIMATJournal-Moderatorin Ulrike Finck findet Harald Hauswald manche Häuser wieder, manche nicht. Die Gegend hat sich verändert, sagt er, doch die Freiheit sei ihm wichtiger, als alten Zeiten hinterher zu hängen. Übrigens: gerade wird ein Kinofilm über sein Leben und sein Werk gedreht.
Ateliergemeinschaft Milchhof
Die Ateliergemeinschaft Milchhof e. V. ist einer der lebendigsten künstlerischen Orte in Prenzlauer Berg. In dem früheren Schulgebäude arbeiten heute über 40 Künstlerinnen und Künstler aus ganz unterschiedlichen Sparten: Maler, Bildhauer, Zeichner, Fotografen, Performance‑ und Videokünstler, Tänzer, Musiker, Komponisten, Choreografinnen und sogar Regisseurinnen. Auf mehreren Etagen entstehen Ateliers, Probenräume und Studios, die als Arbeitsräume für freischaffende Kunstschaffende fungieren.
Kapitel:
00:00 Begrüßung und Tufting
04:22 Mit Pech und Präzision - die Schuhmacherin
08:19 Tufting in der Schwedter Straße
12:41 Mit Kamera und Szeneblick - Harald Hauswald
16:03 Ateliergemeinschaft Milchhof
20:24 Spaziergang mit Harald Hauswald und Café Mauersegler
Bild: rbb/Lembke
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