Hildegard Ritter ist Sängerin und Gesangspädagogin. Sie war unter anderem 7 Jahre am Würzburger Stadttheater als Mezzo-Sopran engagiert und hat dort alles zwischen Hänsel in „Hänsel und Gretel“ und der „Ortrud“ in Wagners „Lohengrin“ gesungen. Da sie während ihrer Zeit in Würzburg eine Stimmkrise mit Hilfe der Atemtypenlehre erfolgreich überwinden konnte, hat sie nach Beendigung des Engagements durch Intendanzwechsel eine Ausbildung zur Terlusollogin (Lehrerin für Atemtypenlehre) gemacht.
Seit dem Jahr 2000 ist sie in München als freiberufliche Gesangsädagogin tätig – mit dem Spezialgebiet Terlusollogie (auch unter dem Namen Atemtypenlehre nach Erich Wilk, Atemtypologie, solar/lunar bekannt) – kombiniert mit Elementen aus der funktionalen Stimmbildung nach Cornelius Reid. Diese beiden Ansätze harmonieren sehr gut miteinander. Denn bei beiden Konzepten geht es darum, die Rahmenbedingungen für eine ökonomische Selbstorganisation zu schaffen – bei der Atemtypenlehre die Selbstorganisation des Körpers – bei Reid, die der Stimme.
Hildegard Maria Ritter ist Mitglied beim Bundesverband Deutscher Gesangspädagogen und bildet sich regelmäßig über unterschiedliche Gesangstechniken und die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Stimmforschung fort. Sie tauscht sich regelmäßig mit FachkollegInnen (SängerInnen und LogopädInnen) praktisch und theoretisch über das Thema Atemtypen aus.
Sie arbeitet fast ausschließlich im Einzelunterricht/bzw. Coaching mit Erwachsenen. Sehr gute Erfahrungen hat sie auch im Atemtyp-Coaching von Instrumental-Musikern. Dabei wird die Haltung am Instrument dem Atemtyp angepasst (Gelenkstellungen, Fingerbewegung) – sowie wenn nötig die Atemtechnik, Zungen- und Lippenarbeit korrigiert.
Die Atemtypenlehre/Terlusollogie ist keine Gesangstechnik und kann auch nicht als Ersatz für eine solche verwendet werden! Sie ist eine Möglichkeit, den Menschen in seiner Individualität umfassend wahrzunehmen und ihn zu unterstützen, alles auf seine ganz eigene Weise zu tun. Es gibt also nicht „die eine richtige Art zu atmen“ oder „die eine richtige aufrechte Haltung“ oder „die richtige Stütze, Kieferöffnung, Zungenposition, Lippenarbeit“ etc.. Die Lehre arbeitet mit der Erkenntnis dass nicht für alle Menschen der gleiche Ansatz gut und richtig ist, sondern dass es zwei „Grundmodelle“ gibt, an denen sie sich orientiert.
Das Konzept:
In den 30er bis 50er Jahren des letzten Jahrhunderts hat der Musiker Erich Wilk durch intensive Beobachtung von Menschen im Alltag, im Sport und in der Kunst festgestellt, dass es zwei verschiedene Typen zu geben scheint, die sich grundlegend in Atmung, Bewegung und Haltung unterscheiden. Seiner Beobachtung nach prägt der Sonnen- und Mondstand zum Geburtszeitpunkt den Atemtyp, der dann ein Leben lang bestehen bleibt.
Daher auch der heutige Name der Lehre: Terlusollogie ist zusammengesetzt aus den lateinischen Wörtern für Erde – Terra, Mond - Luna und Sonne – Sol – plus „logie“ für Lehre. Es steht für die Beschreibung des Einwirkens von Sonnen- und Mondkraft auf das irdische Leben.
Trotz dieses esoterisch anmutenden Ansatzes ist die Atemtypenlehre eine pragmatische und körperbezogene Arbeit. Dabei ist es – wie bei anderen Methoden auch – wichtig, dass der Lehrer ein klares gesangspädagogisches Konzept verfolgt, über das nötige Wissen im seinem Fachbereich, pädagogisches Talent sowie ein gutes Ohr und Auge hat, um Unstimmigkeiten wahrzunehmen bzw. Stärken entsprechend fördern zu können – und natürlich Erfahrung in dem Genre, in dem er unterrichtet.
Es geht immer um die gleichen Themen und Ziele: Ruhige, geräuschlose Atmung, Fähigkeit der reflektorischen Atemergänzung, Stimmbandschluss, Toneinsatz und Absatz, Stimmsitz, Stützfunktion, Vokal- und Konsonantenartikulation, Vokalausgleich, Registerausgleich, Legato, Beweglichkeit und Kraft der Stimme, usw., Entwicklung des vollen Stimmumfangs, musikalische Parameter, Bühnenpräsenz, Ausdruck, Abbau von Blockaden, Überwindung von Grenzen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, Übekompetenz, etc. etc.
Der einzige Unterschied ist, dass die Atemtypenlehre zwei unterschiedliche “ideale Körperbalancen” zwischen Atem, Haltung und Bewegung, zwischen Erdungs- und Aufrichtungskraft anbietet, die sich auf die genannten Parameter bis in die Feinmotorik hinein subtil aber entscheidend auswirken – sie unterstützen oder eben auch stören können.
Die Atemtypenlehre unterscheidet den sogenannten „Einatmer“ (lunarer Typ) und den sogenannten „Ausatmer“ (solarer Typ). Selbstverständlich atmen beide ein und aus und sprechen bzw. singen natürlich auch während des Ausatemvorgangs. Beide nutzen bei der Stimmgebung eine Beibehaltung der Einatemtendenz als „Stütze“ und zwischen den Phrasen reflektorisch. Beide sollen insgesamt wenig Luft verbrauchen und einen langen Atem haben.
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