Das Projekt Piazza Virtuale
Der Grundgedanke bestand darin, auf der Documenta einen künstlerischen Fernsehsender zu installieren, der durch Ausnutzung neuerer Video/Computer-Technologie eine direkte Teilnahme der Zuschauer ermöglichte. Technisch wurde dies realisiert durch die Fernsteuerung von Videokameras, Video/Tonmischer und synthetischer Bild- und Tonwellen über Tonwahl-Signale ('touch-tone') durch die Telefonleitung. Damit konnte jeder Zuschauer, der ein auf Tonwahl umschaltbares Telefon, oder einen separaten Touch-Tone-Piepser (z.B. von einem fernsteuerbaren Anrufbeantworter) besitzt, auf das Endprodukt Einfluss nehmen.
Auf der Basis früherer Arbeiten und Vorgespräche im Laufe des Jahres 1991 wurde im Dezember vom damaligen Ausstellungsleiter, Jan Hoet, dem 'Piazza Virtuale-Projekt' eine Einladung zur Teilnahme an der Documenta IX ausgesprochen. 'Piazza Virtuale' lief während der gesamten Ausstellungsdauer der 9. Documenta, 100 Tage lang, 24 Stunden täglich. Zur ausschnittsweisen Übertragung wurde mit zahlreichen Sendern verhandelt und im Vorfeld bereits einige Zusagen eingeholt, wie z.B.:
NDR, BR, SWF u.a. als Dokumentation.
3Sat, Österreich und BRD, 2 Std.
täglich. Tele cinq, Frankreich, 1 Std. täglich.
RAI Sat, Italien, evt. 1 Std. täglich plus Dokumentation.
NHK, Japan ... und diverse Satellitensender in den USA.
Nebst der medialen Präsenz existierte ein Sendestudio vor Ort in Kassel, wo Besucher über eine Inszenierung oder auch interaktiv in das gesendete Geschehen eingreifen konnten. Dazu gab es nach Tageszeiten strukturierte Themenblöcke, z. B. den 'Beichtstuhl', den 'Bazar', die 'Konferenz', das 'Kunstlexikon', die 'Spielhölle', 'Tiere', 'Teletherapie'.
Diese Themen waren jedoch nur der interaktive Rahmen für den Input von Außen, vom Studio selbst wurde kein Bild erzeugt, kein Moderator griff ein. Den Einfluss auf die einzelnen Bild-/Ton-Elemente hatten die jeweils ersten Anrufer in der Telefon-Warteschlange.
Die Zusammenarbeit zwischen der 'Ponton'-Kernzelle und anderen Künstlern, wie dem Kölner Quantenpool - beruht auf dem Gedanken des Netzwerks. Das heißt, die einzelnen "Knoten" (Einzelpersonen, Gruppen und Teilprojekte) füllten den durch die Grundstruktur geschaffenen Raum mit eigenen Themen und Inhalten. Das Kasseler Projekt ist der Anlass, nicht die Grundlage.
Mehr zum Projekt:
http://pyromania-arts.de/index.php?id...
Teil 1: • Van Gogh TV's Piazza Virtuale - Das intera...
Teil 2: • Van Gogh TVs Piazza Virtuale - Das intera...
Teil 3: • Van Gogh TV's Piazza Virtuale - Das intera...
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