„Schießt!“
Das Surren der Armbrustbolzen ließ die Luft vibrieren. Wie Hagel stürzten die Geschosse auf die Kriecher und schlugen Löcher in ihre Reihen.
„Haltet stand!“, rief ihr Offizier und die Gardisten hoben die Schilde. Einer brandenden Welle gleich, krachten die Kreaturen auf den Wall und im nächsten Moment hieß Vincents Schwert den Feind willkommen.
Der Lärm der Schlacht und das Adrenalin in seinen Adern beflügelten seine Hiebe und binnen weniger Minuten hatte er bereits drei niedere Kreaturen getötet.
Mit einem Seitenblick versicherte er sich, dass auch sein bester Freund dem Ansturm gewachsen war. Eine unnötige Geste, denn auch zu Alexanders Füßen türmten sich die schwarzen Leiber.
Dennoch blieb der Angriff ungebrochen und als die nächste bucklige Bestie zu Vincents Füßen in den Staub sank, richtete sich ein mannshohes Ungetüm vor ihm auf. Seine vier, mit dolchartigen Klauen besetzten Arme schnellten auf Vincent zu, welcher den Schild im letzten Moment hochriss. Immer wieder schlug die Kreatur zu und jeder Aufprall verbeulte das Metall. Vincent keuchte und schmeckte Schweiß auf seinen Lippen. Er stemmte sein ganzes Gewicht gegen den Schild, um nicht von den Füßen gerissen zu werden.
Plötzlich blieben die Schläge aus und die Klauen der Kreatur kratzten über das Metall, umgriffen die Kanten des Schildes, und ehe Vincent reagieren konnte, riss die Bestie es aus seinen Händen. Im hohen Bogen flog der Schild davon, dabei präsentierte der Kriecher ihm den ungeschützten Torso. Vincents freigewordene Hand schnellte zum Schwertgriff und ehe die Kreatur zum nächsten Schlag ausholen konnte, trieb er ihr die Klinge mitten durch die Brust. Das Monster sackte keuchend auf die Knie. Vincent stemmte ein Bein gegen die Schulter des Geschöpfes und riss sein Schwert aus dessen Leib, wobei ihm eine Fontäne pechartigen Blutes entgegenspritzte und ihn von Kopf bis Fuß besudelte.
Die dämonisch glühenden Augen erloschen und mit einem leidenden Zischen kippte das Wesen nach hinten.
Vincent wollte sich in die Reihen seiner Verbündeten zurückziehen, als ein lähmender Schmerz durch sein rechtes Bein zuckte und er umgerissen wurde. Ein niederer, wolfsartiger Kriecher hatte sich in seinem Beinschutz verbissen und zerrte ihn aus der Formation, direkt auf das Getümmel der schwarzen Leiber zu. Mit seinem freien Bein trat Vincent mehrmals gegen den Kopf der Bestie, bis diese ihn wieder losließ. Die leeren, rotglühenden Augenhöhlen der Kreatur fixierten ihn und schäumender Geifer tropfte aus ihrem Maul, als sie zum Sprung ansetzte. Vincent rollte zur Seite und schoss in die Höhe. Doch als er auf seinem rechten Bein landete, knickte es ein, und er stürzte zurück in den Sand. „Scheiße“, entfuhr es ihm, als er begriff, dass er kein Gefühl im rechten Bein hatte.
Der Kriecher beugte die Läufe und warf sich mit einem mächtigen Satz auf Vincent. Im letzten Moment riss er sein Schwert hoch und die Klinge drang in den Schlund der Bestie. Der Geruch von Fäulnis schlug ihm ins Gesicht, als die Kreatur erschlaffte und auf ihm zusammenbrach. Mühsam schob er das Scheusal von sich und machte sich daran, sein Schwert aus dem Schädel des Kriechers zu hebeln. In diesem Moment stürzte sich ein weiteres wolfsartiges Untier auf ihn. Reflexartig riss Vincent die Hände hoch, wohlwissend, dass die Panzerung der Kreatur nicht auf Dauer standhalten würde und dies sein Ende sein könnte.
Die Legende der Nathril
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