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Скачать или смотреть Othmar Schoeck - Gaselen, op. 38 (1923)

  • Markus Hediger
  • 2011-05-01
  • 6110
Othmar Schoeck - Gaselen, op. 38 (1923)
GaselenOthmar Schoeck (Composer)Gottried KellerNathan BergEnglish Chamber Orchestra (Conducted Ensemble)
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Скачать Othmar Schoeck - Gaselen, op. 38 (1923) бесплатно в качестве 4к (2к / 1080p)

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Описание к видео Othmar Schoeck - Gaselen, op. 38 (1923)

Othmar Schoeck (1886-1957)
Gaselen op. 38 nach Gedichten von Gottfried Keller
Bariton: Nathan Berg
English Chamber Orchestra
Leitung: Howard Griffiths


Gaselen
I.

Unser ist das Los der Epigonen,
Die im weiten Zwischenreiche wohnen;
Seht, wie ihr noch einen Tropfen presset
Aus den alten Schalen der Citronen!
Geistiges ist mäßig noch vorhanden,
Auch des Lebens Süße wird noch lohnen;
Wasser flutet uns in breiten Strömen,
Brauchen es am wenigsten zu schonen:
Braut den Trank für lange Winternächte,
Bis uns blühen neue Lenzeskronen
Und der Dichtung Fahrzeug mag entrinnen
Dem Bereich der grausen Lästrygonen!


II.

O heiliger Augustin im Himmelssaal,
Nun werd' ich glauben an deine Gnadenwahl;
Denn gleich dem Affen, der eine Tulpe hält,
Sah heut ich Einen halten den Festpokal!
Wie hat zerreißend es mir in's Ohr gegellt,
Als er der Maid froschmäulige Küsse stahl!
Dazu schaut' er so jämmerlich in die Welt,
Als stäck' er in des Fegefeuers Qual!


III.

Der Herr gab dir ein gutes Augenpaar,
Du weißt damit zu blicken lieb und klar.
Mit feiner Hand hältst du in schönen Banden,
Das er dir gab, dein anmutreiches Haar.
Gleich einer Palme aus den Morgenlanden
Ließ er dich wachsen, der im Anfang war;
Du aber weißt dich köstlich zu gewanden,
Daß sich verdunkelt deiner Schwestern Schar.
Wie dankbar du des Schöpfers Sinn verstanden,
Als seine Interpretin legst du dar!


IV.

Wenn schlanke Lilien wandelten, vom Weste leis geschwungen,
Wär' doch ein Gang, wie deiner ist, nicht gleicherweis' gelungen!
Wohin du gehst, da ist nicht Gram, da ebnet sich der Pfad,
So dacht' ich, als vom Garten her dein Schritt mir leis erklungen.
Und nach dem Takt, in dem du gehst, dem leichten, reizenden,
Hab' ich im Nachschau'n wiegend mich dies Liedlein leis gesungen.


V.

Nun schmücke mir dein dunkles Haar mit Rosen,
Den Schleier laß die Schultern klar umkosen!
In holden Züchten laß die Augen streifen,
Sie können es so wunderbar, die losen!
Du sollst an meinem Arm die Stadt durchschweifen
Und meiner Neider goldne Schar erbosen.


VI.

Perlen der Weisheit sind mir deine Zähne!
Wie stets ich mich nach ihrem Scheine sehne!
Denn über dem Bemüh'n, sie zu erblicken,
Vertrocknet mir des Kummers letzte Träne.
Indem ich dich zu holdem Lachen reize,
Vergess' ich ganz der Welt unreine Späne;
Doch um dein schönstes Lächeln zu gewinnen,
Verlieren sich in Torheit meine Pläne!


VII.

Ich halte dich in meinem Arm, du hältst die Rose zart,
Und eine junge Biene tief in sich die Rose wahrt;
So reihen wir uns perlenhaft an Einer Lebensschnur,
So freu'n wir uns, wie Blatt an Blatt sich an der Rose schart.
Und glüht mein Kuß auf deinem Mund, so zuckt die Flammenspur
Bis in der Biene Herz, das sich dem Kelch der Rose part!


VIII.

Berge dein Haupt, wenn ein König vorbeigeht,
Tief an der Brust des Geliebten, der frei steht;
Aber dem Betteljung laß es erglänzen,
Welchen das Elend des Lebens vorbei weht!


IX.

Mich tadelt der Fanatiker, in deinen Armen weich zu ruh'n,
Und heischt, indem zum Streit er eilt, zu lärmen und ihm gleich zu tun;
In tollen Sätzen springt er fort und peitscht die Luft mit seinem Stahl
Und schwört: es geb' kein größer Heil, als auf dem Schlachtfeld bleich zu ruhn!
Laß laufen ihn, den Närrischen, und küsse mich noch hundertmal,
Ich denke doch bei Zeiten noch vor ihm den ersten Streich zu tun!


X.

Verbogen und zerkniffen war der vord're Rand an meinem Hut,
Und rötlich färbte er sich auch, wie es des Trinkers Nase tut;
Und wenn ich auf der Straße ging, so fiel ich in der Spötter Schlingen,
Das füllte mich mit Aerger; der Chapeau war doch im ganzen gut.
Drum dreht' ich ihn, bis hinter mir des Würdigen gelähmte Schwingen,
Und vorn den wohlerhalt'nen Rand trat ich einher mit frischem Mut.
Doch weh! an meinem Rücken nun die tausend schlimmen Augen hingen,
Ich hörte zischeln hinter mir, und in den Kopf stieg mir das Blut
Und zwang mich, den verdammten Filz flugs wieder vorn herum zu bringen,
Denn lieber vor als hinter mir mag ich der Tadler stille Wut.
In seinen Schatten neige dich, Schlußton von allem meinem Singen,
Mein treues Lieb, und tröste mich mit deiner Lippen süßer Glut!

Text: Gottfried Keller (1819-1890)

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