Die Kriminalserie “Blaulicht” entwickelte sich in den Sechziger Jahren zu einem "Straßenfeger" in der DDR.
Die drei Kriminalisten Hauptmann Bruno Wernicke (Bruno Carstens), Oberleutnant Alexander Thomas (Alexander Papendiek) und Leutnant Horst Timm (Horst Torka) sind absolute Sympathieträger mitten aus dem alltäglichen Leben.
Das glänzende Spiel der drei Hauptdarsteller - nicht von ungefähr tragen die von ihnen verkörperten Charaktere ihre Vornamen - und die perfekte Harmonie zwischen den sehr unterschiedlichen Protagonisten machen “Blaulicht” zu einem Sehvergnügen ersten Ranges.
Bruno Wernicke ist der erfahrene, väterlich-gütige, gelassene Kriminalist, Alexander Thomas ist charmant und geistreich, was sich besonders im Umgang mit der Damenwelt zeigt, und Horst Timm ist der Witzbold, der selten um einen kessen Spruch verlegen ist.
Die Ermittlungstätigkeit der Kriminalisten wird auf realistische Weise gezeigt, doch agieren vor allem die beiden Jüngeren des Kollektivs, die sich zum Vergnügen der Zuschauer häufig kollegial frotzeln, mitunter erfrischend unkonventionell.
Alexander Thomas liest im Büro während der Dienstzeit “Das Magazin” und studiert dabei gewiss nicht nur die Heiratsanzeigen für seinen Kollegen Timm, den er gelegentlich liebevoll “Dicker” nennt. Während einer Ermittlung wird Thomas fälschlicherweise von seinen Kollegen von der Volkspolizei in Gewahrsam genommen, worauf er mit großem Amüsement reagiert. Horst Timm wird während seines Campingurlaubs für einen Betrüger gehalten und in Selbstjustiz von zwei Damen inhaftiert.
Die drei Protagonisten sind keine "Über-Menschen", was den Zuschauer besonders für sie einnimmt: sie sind nicht vor Irrtümern gefeit, haben oft kein technisches Verständnis, so stehen sie beispielsweise ratlos vor der neuen Waschmaschine von Wernicke, und Thomas weiß nicht wie die Lenkung eines Autos funktioniert, beschweren sich des öfteren über Arbeitsüberlastung und Bürokratie und geben mitunter lautstark zu verstehen, was sie von besonders unangenehmen Zeitgenossen halten.
Die in der Serie “Blaulicht” thematisierten Verbrechen sind sehr vielfältiger Art: Mord, Totschlag, Fahrerflucht mit Todesfolge, Körperverletzung, Spionage, Wirtschaftsverbrechen, Betrug, Heiratsschwindel, Kindesentführung und Diebstahl. Neben leichtgewichtigen Folgen stehen sehr bewegende Episoden, die Ausgewogenheit zwischen Drama und Humor ist großartig gelungen.
Man muss konstatieren, dass in "Blaulicht" zahlreiche Tötungsdelikte vorkommen, es wird auch viel mehr von der Schusswaffe Gebrauch gemacht als etwa in "Polizeiruf 110", und die Risiken für die Kriminalisten werden sehr drastisch thematisiert. Oberleutnant Thomas und Leutnant Timm werden in Ausübung ihres Dienstes angeschossen, erster wird dabei sogar ziemlich schwer verwundet.
Die Spannung wird durch das erhöhte Actionpotential ebenso gesteigert wie durch die atmosphärische Kameraarbeit (viele Szenen spielen zu nächtlicher Stunde - die Schwarz-Weißbilder tun ein übriges)
Neben ihrer dienstlichen Tätigkeit wird auch immer wieder das Privatleben der Kriminalisten thematisiert, was sie zu richtigen Menschen aus Fleisch und Blut macht.
Bruno Wernicke ist schon seit vielen Jahren mit seiner Eva verheiratet und hat einen Sohn namens Peter, dem er ein liebevoller und verständnisvoller Vater ist.
Alexander Thomas erwähnt in der Episode “Das Gitter” erstmals seine Frau Angela, die in der Folge “Heißes Geld” Zwillinge zur Welt bringt. Trotz seiner Neigung gern mit anderen Frauen zu flirten, sind die Beiden sehr glücklich mit einander.
Horst Timm verliebt sich in “Freizügigkeitsverkehr” in die Röntgenschwester Inge Berthin, die er auch zu heiraten gedenkt.
Die Serie “Blaulicht” wurde von 1959 bis 1968 ausgestrahlt. Damit sind die drei Hauptfiguren die ersten Serienermittler im deutschen Fernsehen. Von den ursprünglich 29 Episoden sind sieben Folgen leider nicht erhalten geblieben. Die übrigen sind glücklicherweise auf DVD erschienen, um dieses Juwel auch später geborenen Generationen zugänglich zu machen.
Als Titelmusik wurde seit der Episode “Antiquitäten” das markante Instrumental “Peter Gunn” von Henry Mancini verwendet, das auch diesem Video - allerdings in der Version von Duane Eddy - unterlegt wurde.
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