Hans Krebs war einer der engagiertesten sudetendeutschen Aktivisten, die in der Zwischenkriegszeit die Existenz der Tschechoslowakei untergruben. Geboren 1888 in Iglau (Jihlava), wuchs er in der alten österreichisch-ungarischen Monarchie auf, diente im Ersten Weltkrieg und kehrte in eine Heimat zurück, die sich grundlegend verändert hatte: Das Kaiserreich war zerfallen, eine neue Tschechoslowakische Republik entstanden. Für Millionen Deutschsprachiger bedeutete dies einen politischen Schock, und Krebs verwandelte diese Frustration bald in radikalen Aktivismus. Als führendes Mitglied der Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei (DNSAP) in der Tschechoslowakei agitierte er aggressiv für die Zerschlagung des Staates und dessen Anschluss an das Deutsche Reich. In den 1920er und frühen 1930er Jahren baute Krebs paramilitärische Netzwerke auf, verbreitete Propaganda und drängte auf Autonomie oder Abspaltung der deutschsprachigen Grenzregionen, die als Sudetenland bekannt wurden. Seine engen Verbindungen zu Adolf Hitlers Bewegung brachten ihm sowohl Prestige als auch Gefahr. Nachdem das tschechoslowakische Parlament 1933 seine Immunität aufgehoben hatte, wurde Krebs verhaftet, kurzzeitig inhaftiert und floh anschließend über die Grenze ins nationalsozialistische Deutschland. Dort empfing man ihn als nützlichen Verbündeten und belohnte ihn mit hohen Partei- und Verwaltungsämtern. Nach dem Münchner Abkommen und der deutschen Besetzung Böhmens und Mährens wurde Krebs zum Regierungspräsidenten in Aussig (Ústí nad Labem) ernannt und stieg später zum Gauleiter und SS-Brigadeführer auf. Er setzte die NS-Rassenpolitik durch, unterstützte die Deportation von Juden nach Theresienstadt, verfolgte tschechische Patrioten und wirkte an der totalen Kontrolle des Protektorats mit.
Nach dem Krieg wurde Krebs gefangen genommen und vom tschechoslowakischen Volksgericht wegen Landesverrats und seiner Rolle bei der Zerschlagung der Republik angeklagt. Am 15. Februar 1947 wurde er im Prager Gefängnis Pankrác hingerichtet – das Ende der Karriere eines Mannes, der jahrzehntelang auf die Zerstörung seines eigenen Geburtslandes hingearbeitet hatte.
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