Rainer Noll spielt Präludium und Fuge d-moll BWV 554 aus den "Acht kleinen Präludien und Fugen", die Johann Sebastian Bach zugeschrieben werden, auf der Johann-Andreas-Silbermann-Orgel (1761, siehe https://domkonzerte-arlesheim.ch/silb...) im Dom zu Arlesheim (CH), aufgenommen am 29.9.2020 via "Hauptwerk-Sampleset":
0:00 Präludium
Registrierung:
Rückpositiv (I): Bourdon 8' + Prestant 4' + Doublette 2' + Larigot 1 1/3' + Fourniture 3fach - Hauptwerk (II): Montre 8' + Prestant 4' + Doublette 2' + Fourniture 3fach - Récit (III): Bourdon 8' + Prestant 4' + Nazard 2 2/3' + Doublette 2' - Pedal: Subbass 16' + Quinte 5 1/3' + Octavbass 8' + Prestant 4' + Bombarde 16'.
Für die Reprise: + Koppel Rückpositiv an Hauptwerk.
Das Präludium wird auf den Ebenen der drei Manuale und des Pedals dargestellt, die sich abwechseln, überlagern oder gekoppelt werden.
2:20 Fuge
Registrierung:
Rückpositiv (I): Bourdon 8' + Prestant 4' + Doublette 2' + Fourniture 3fach - Hauptwerk (II): Montre 8' + Prestant 4' + Doublette 2' + Fourniture 3fach - Pedal: Subbass 16' + Quinte 5 1/3' + Octavbass 8' + Koppel Hauptwerk an Pedal.
Für den letzten Themeneinsatz im Manual (Alt): + Koppel Rückpositiv an Hauptwerk - für den letzten Themeneinsatz im Pedal: + Bombarde 16'.
Die Fuge wird auf den Ebenen Hauptwerk, Rückpositiv und Pedal dargestellt, die sich abwechseln und gekoppelt werden.
Albert Schweitzer schreibt zu diesen acht Präludien und Fugen (J. S. Bach, Wiesbaden 1960, S. 241): "Bis auf den heutigen Tag ist keine bessere Orgelschule geschrieben worden".
Der Bach-Biograph Philipp Spitta meint: "Wie man dieselben für Anfängerarbeiten Bachs hat halten können, ist nicht recht begreiflich, da sie doch durchweg den Stempel gebietender Meisterschaft tragen" (Spitta I, S. 398).
Wegen der Zweifel an Bachs Autorschaft wurden die "Acht kleinen Präludien und Fugen" jedoch nicht mehr in die Neue Bach-Ausgabe aufgenommen.
Es gibt Gründe anzunehmen, dass sie eher von einem Schüler J. S. Bachs komponiert wurden, etwa von Johann Tobias Krebs oder dessen Sohn Johann Ludwig Krebs.
Der Bach-Forscher Christoph Wolff meint dagegen, diese Werke seien "ziemlich eindeutig" von Johann Sebastian Bach selbst und datiert sie vor 1710. Sicher ist jedenfalls, dass sie von Bachschem Geist erfüllt sind.
Lobend äußert sich auch Harald Vogel: "Diese wunderbaren musikalischen Miniaturen vermitteln den Spielern und Zuhörern den Eindruck der Teilhabe an der ,großen' Orgelmusik. (...) Die ,Acht' bieten ein wunderbares Spektrum von Affekten, das auch nach vielen Jahren der Beschäftigung neue Einsichten gewährt. (...) Jedenfalls Musik für diejenigen, die im Herzen jung bleiben. Musik, die jeder verstehen kann." (Musik und Kirche, Heft 4, 1998, S. 274f)
Der schweizer Musikwissenschaftler Bernhard Billeter schließt Krebs als Komponisten aus und schlägt vor: "Jetzt verlassen wir den festen Boden und stellen eine neue, noch nie in Betracht gezogene Hypothese auf. Der Verfasser [Billeter] vermutet, dass der Bückeburger Johann Christoph Friedrich Bach die Acht kleinen... im Unterricht bei seinem Vater [Johann Sebastian] komponiert hat" (Ars Organi, Heft 3, September 2020, S. 167).
Johann Christoph Friedrich Bach (1732 - 1795, Kapellmeister in Bückeburg) wurde nachweislich ca. ab dem 9. Lebensjahr von seinem Vater unterrichtet, der ihm die Skizzen für diese Werke vorgegeben haben mag. Somit wären sie in der 1. Hälfte der 1740er Jahre unter Bachs Anleitung entstanden.
Die Präludien und Fugen BWV 553+556+557+559+560 aus dieser Sammlung finden sich hier: • Rainer Noll spielt aus "Acht kleine Prälud...
Siehe auch Präludium und Fuge e-moll BWV 555 aus dieser Sammlung:
• Rainer Noll spielt Johann Sebastian Bach (...
sowie Präludium und Fuge g-moll BWV 558:
• Rainer Noll spielt Präludium und Fuge d-mo...
Zur Interpretation Rainer Nolls:
https://erbacher-hof.de/schweitzer/te...
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