Präsentiert wird eine Turmaufnahme des Geläutes der katholischen Pfarrkirche St. Maria Magdalena in Rheinbreitbach.
Rheinbreitbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied, befindet sich ganz im Norden von Rheinland-Pfalz an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen und zählt ca. 4500 Einwohner.
Mit ihrer ungewöhnlichen Bauform und der Vermischung zweier komplett unterschiedlicher Baustile, sticht die katholische Maria-Magdalena-Kirche sofort ins Auge. Im frühen Mittelalter existierte an der Stelle der heutigen Kirche ein romanischer Vorgängerbau, welcher im kurkölnischen Krieg von 1583-88 bis auf die Grundmauern vernichtet wurde. In den folgenden Jahren wurde die Kirche im spätgotischen Stil wieder aufgebaut. Im Jahr 1620 wurde die neue Rheinbreitbacher Kirche zu einer Pfarrkirche erhoben und wurde somit von der Mutterpfarrei Unkel abgespalten. Während des Dreißigjährigen Krieges erlitt die Kirche erneut größere Beschädigungen, welche nach Ende des Krieges jedoch auch wieder repariert wurden. Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche mit mehreren barocken Altären und einer Kanzel ausgestattet. Nach den beiden Weltkriegen startete in den 1950er Jahren eine umfangreiche Renovierung des Kirchengebäudes. Vor einer größeren Zerstörung blieb die Kirche jedoch dieses Mal weitestgehend verschont. Da die Pfarrei in der Nachkriegszeit einen großen Zuwachs erfuhr, entschloss man sich, die Kirche zu erweitern. Im Jahr 1966 wurde der 400-Jahre-alte Friedhof neben der Kirche abgetragen und an jener Stelle ein wuchtiger, moderner Backsteinbau errichtet, welcher mit der alten Kirche verbunden wurde. Um die beiden Kirchenbauten miteinander zu einem Raum zu verbinden, wurde hierbei auch die komplette Nordseite der alten Kirche abgerissen. Das Erweiterungsprojekt konnte erst im Jahr 1978 fertiggestellt werden. Seit jeher präsentiert sich die Kirche in ihrem heutigen Erscheinungsbild. Da sich die Anzahl der Christen seit Anfang des 21. Jahrhunderts immer weiter zurückentwickelt, gibt es seit 2023 Pläne, den Neubau wieder abzureißen und die alte Kirche in ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild vor 1966 wieder herzustellen.
Die Kirche besitzt heute insgesamt acht Bronzeglocken, von denen sieben läutbar sind. Damit zählt das Geläute zu den zahlenmäßig größten Geläuten in weiter Umgebung. Die älteste Glocke ist die Sakristeiglocke aus dem frühen, 16. Jahrhundert. Im Dachreiter befindet sich eine weitere historische Glocke aus dem 17. Jahrhundert. Die restlichen sechs Glocken befinden sich im Hauptturm. Sie hängen allesamt in einem Holzglockenstuhl an Holzjochen und füllen den kompletten Platz in der Glockenstube aus. Die fünf großen Glocken bilden das Hauptgeläute. Die größte Glocke ist ebenfalls historisch und stammt vermutlich aus Unkel. Die restlichen Glocken wurden allesamt in der Nachkriegszeit von Petit & Edelbrock in Gescher gegossen. Die kleine, sechste Glocke ist vermutlich ebenfalls ein Werk der Gießerei P&E. Im Gesamtklang ergibt sich ein äußerst klangschönes, kräftiges Geläute mit großem Wiedererkennungswert.
GLOCKENDATEN:
Glocke 1: [Hauptturm], Pantaleonsglocke, e', Derich von Ouerraide/Köln 1556, 1300 kg, d= 1260 mm
Glocke 2: [Hauptturm], Heimatglocke, g', Petit & Edelbrock/Gescher 1954, 680 kg, d= 1026 mm
Glocke 3: [Hauptturm], Josephsglocke, a', Petit & Edelbrock/Gescher 1954, 470 kg, d= 911 mm
Glocke 4: [Hauptturm], Unbefleckte Empfängnis, h', Petit & Edelbrock/Gescher 1954, 330 kg, d= 803 mm
Glocke 5: [Hauptturm], Maria Magdalena, c", Petit & Edelbrock/Gescher 1954, 270 kg, d= 758 mm
Glocke 6: [Hauptturm], unbenannt, g", Petit & Edelbrock/Gescher Anfang 20. Jhd., 67 kg, d= 478 mm
Glocke 7: [Dachreiter], Marienglocke, c''', Nicolas Unckel 1632, 45 kg, d= 419 mm
(Glocke 8: [Sakristeiglocke], Laurentiusglocke, d''', unbekannt 1514, 28 kg, d= 351 mm)
ABLAUF DES VIDEOS:
0:00 Intro mit Drohnenaufnahmen und virtuellem Rundgang durch die Kirche
0:05 historisches Plenum (e' g" c''')
3:10 modernes Plenum (g' a' h' c")
6:40 Einzelglocken
6:55 Glocke 8 d'''
8:03 Glocke 7 c'''
11:28 Glocke 6 g"
14:15 Glocke 5 c"
17:14 Glocke 4 h'
20:23 Glocke 3 a'
23:58 Glocke 2 g'
28:10 Glocke 1 e'
33:45 Vollgeläute
34:08 Tutti aller 7 Glocken (e' g' a' h' c" g" c''')
37:50 Gesamtplenum der 6 Hauptturmglocken (e' g' a' h' c" g")
38:40 Hauptgeläute (e' g' a' h' c")
Diese Aufnahme entstand gesondert.
Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Verantwortlichen für die Ermöglichung der Aufnahmen und besonders bei @JulianKeller-h3z und @FritzJohann-rh1gc für die weitreichende Unterstützung!
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